Führung dreidimensional denken

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Bildquelle: by Chichou via Pixabay
Das immernoch unterschätze Dilemma in Sandwitch-Positionen

Es ist kein Geheimnis. Viele Führungskräfte im mittleren und oberen Management  sitzen in einer Sandwich-Position.

Im dauerhaften Spannungsfeld zwischen den Erwartungen der oberen Leitung, den Bedürfnissen ihres Teams und den eigenen Ansprüchen.

Das Problem: Die meisten glauben, sie müssten „bloß vermitteln“. In Wahrheit geht es um viel mehr. Und die Überforderung ist vorprogrammiert.

Sandwich-Führung ist kein Vermitteln in zwei Richtungen, sondern ein Navigieren in drei Dimensionen.

Inhalt

Ziele, Anspruch und Erwartungen

Die Belastung in der Mitte

Wer in der mittleren Führungsebene arbeitet, kennt das Gefühl:

  • Oben drücken Zielvorgaben, Kostenpläne und Strategien.

  • Innen tobt der eigene Anspruch, es „allen recht zu machen“.

  • Unten warten Mitarbeiter:innen mit Fragen, Sorgen und Erwartungen.

Das Ergebnis: Führungskräfte fühlen sich zerrieben zwischen all den Erwartungen – und selbst kommt sie oft zuletzt – oder gar zu kurz. Sie stehen ständig unter Spannung – und merken, wie ihre Wirksamkeit leidet.

Doch hier liegt der Schlüssel: 
Wer in der Sandwich-Position wirksam sein will, muss Führung dreidimensional verstehen.

Dimension 1 - Führen nach oben

Erwartungen managen, ohne sich zu verbiegen

Oft wird „Führen nach oben“ unterschätzt. Viele Führungskräfte im mittleren Management sehen sich als Empfänger von Vorgaben. Doch echte Führung heißt eben auch: Du gestaltest aktiv die Beziehung nach oben.

Wie das gelingt:

  1. Klarheit einfordern: Stelle präzise Fragen zu Prioritäten, statt alles gleichzeitig abzuarbeiten.

  2. Rahmenbedingungen verhandeln: Sag offen, was realistisch machbar ist – und was nicht.

  3. Strategische Übersetzung: Mach sichtbar, wie Entscheidungen die operative Ebene beeinflussen.

👉 Du stärkst deine Position, wenn du nicht als Bittsteller, sondern als Sparringspartner auftrittst. 
Denn das ist deine Aufgabe.

Dimension 2 - Führen nach unten

Orientierung geben, auch wenn selbst Unsicherheit herrscht

Ein Team spürt sofort, ob die Führungskraft selbst Klarheit hast. Doch gerade im mittleren Management ist Unsicherheit groß: Entscheidungen ändern sich, Vorgaben sind oft widersprüchlich.

Worauf es ankommt:

  • Transparenz statt Perfektion: Sag, was du weißt – und was nicht. Ehrlichkeit schafft Vertrauen.

  • Sinn vermitteln: Erkläre nicht nur das „Was“, sondern das „Warum“ hinter Aufgaben.

  • Entwicklung fördern: Auch in Zeiten hoher Belastung kannst du deinem Team kleine Lern- und Gestaltungsspielräume ermöglichen.

👉 Autorität entsteht weniger durch Antworten auf alles – sondern durch den Mut, mit Unklarheit offen umzugehen.

Dimension 3 - Führen nach innen

Selbstführung als Fundament

Der am meisten vernachlässigte Teil der Führung: Du selbst. Viele stecken all ihre Energie ins Reagieren – und vergessen, sich zu stabilisieren.

Selbstführung ist kein Luxus, sondern die Grundlage, um in dieser Position bestehen zu können.

Praktische Hebel:

  1. Reflexionszeit blocken: 15 Minuten am Tag, um Entscheidungen zu ordnen.

  2. Grenzen setzen: Nicht jede E-Mail und jedes Meeting verdient deine Energie.

  3. Ressourcen pflegen: Schlaf, Bewegung, Pausen sind keine Nebensache – sie sind dein Kapital.

👉 Wer nicht in sich selbst investiert, kann weder nach oben noch nach unten wirksam führen.

Die paradoxe Realität

Stärke zeigt sich im Nein - auf allen drei Dimensionen

Viele Führungskräfte glauben auch heute (2025) noch, Stärke zeige sich darin, alles zu wissen, zu können und zu machen.
In Wahrheit zeigt sie sich darin, bewusst Grenzen zu ziehen – gegenüber oben, unten und den eigenen Ansprüchen.

Das Paradoxe:

  • Je weniger du versuchst, es allen recht zu machen, desto stärker spüren andere deine Verlässlichkeit.
  • Je klarer du deine Grenzen kommunizierst, desto mehr wächst deine Autorität.
  • Je öfter du „Nein“ sagst, desto glaubwürdiger wird dein „Ja“.

Fallstricke vermeiden

Drei typische Führungsfallen – und wie du sie vermeidest

Die Harmonie-Falle:
„Ich will keinen enttäuschen.“ → Folge: Du weichst aus, statt zu entscheiden
✅ Lösung: Klarheit statt Konsens. Entscheidungen sind selten für alle bequem.

Die Operative-Falle:
„Ich mache es selbst, dann geht’s schneller.“ → Folge: Du wirst zum Erfüllungsgehilfen.
✅ Lösung: Delegieren und Vertrauen – auch wenn es kurzfristig mehr Zeit kostet.

Die Rechtfertigungs-Falle:
„Ich erkläre jede Entscheidung bis ins Detail.“ → Folge: Du verlierst Fokus und Wirkung.
✅ Lösung: Erkläre das „Warum“ – aber nicht jedes „Wie“.

Praxisimpuls

Die Sandwitch-Matrix

Eine einfache Reflexionsübung, die du wöchentlich nutzen kannst:

Ebene
Aktuelle Herausforderung
Nächster Schritt
Nach oben
Zuviele unklare Prioritäten
Mit Vorgesetzten Priorisierungsgespräch führen
Nach unten
Team verunsichert durch ständige Kurswechsel
Kurswechsel Klar kommunizieren, was fix ist und was variabel bleibt
Nach innen
Dauerstress ohne Pausen
Pausen bewusst als Termin-Blocker in den Tagesablauf einplanen

👉 Das macht sichtbar, wo du gerade die größte Energie verlierst – und wo du ansetzen solltest.

Praxisimpuls

Führung im mittleren Management ist eine Frage der Haltung

Die Sandwich-Position ist kein „Durchgangsstadium“, das man einfach übersteht.
Sie ist eine der zentralen Schlüsselrollen in Unternehmen – gerade in Zeiten von Transformation und Unsicherheit. 

Führung dreidimensional zu verstehen heißt:

  • Nach oben mutig gestalten.

  • Nach unten Orientierung geben.

  • Nach innen Stabilität sichern.

👉 Wer diese drei Dimensionen meistert, verwandelt die Führungs-Position von einer Belastung in eine echte Führungsstärke.

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